Die Grenzwerte für Feinstaub einhalten, nicht senken

Karl Lauterbach
Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion
Direktor des Instituts für Klinische Epidemiologie Uni Köln
Adjunct Professor Harvard School of Public Health

Die Initiative von etwa 100 Lungenärzten gegen die geltenden Grenzwerte für Stickoxid und Feinstaub überrascht in vielerlei Hinsicht. Es wurden in den letzten drei Jahren keinerlei Studien publiziert, die entweder die Gefahren des Feinstaubs oder von NOx relativiert hätten. Es haben sich daher auch in anderen Ländern keine Arztgruppen gemeldet, die für eine Anhebung der Grenzwerte eingetreten wären. Sehen die Kollegen hier also etwas was allen anderen entgeht? Der Sprecher der Initiative, Professor Köhler, erklärt in Interviews dass die Arbeit der schätzungsweise 10.000 Kollegen, die sich sonst mit dem Thema beschäftigen, auch an Elite Universitäten wie Harvard, Stanford oder der LMU München als einseitig, kurzsichtig und letztlich von Karriere- und Geldinteressen geleitet sei. Stimmt das?
Ich beschäftige mich als Epidemiologe und Politiker seit einigen Jahren sehr intensiv mit der Frage der Bedeutung von Feinstaub. Zum einen, weil sich zunehmend zeigt, dass Feinstaub insbesondere auch ein wichtiger Risikofaktor für das Gehirn und die Alzheimersche Demenz ist. „Die Grenzwerte für Feinstaub einhalten, nicht senken“ weiterlesen